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Güterverkehr: Todsündenliste 2017

Güterverkehr: Tödsündenliste 2017 Erklärung

Seit dem 1. Januar 2017 gilt eine neue EU-Verordnung, welche Verstöße im gewerblichen Güterverkehr in Risikostufen einteilt. Die sogenannte „Todsündenliste" der EU-Verordnung 2016/403 unterscheidet insgesamt drei Schwergrade der Verstöße.

Wir erklären, was es mit der „Todsündenliste” auf sich hat.

Die EU-Verordnung 2016/403

Als Ergänzung der bestehenden Verordnung (EG) Nr. 1071/2006 dient die neue Verordnung zur Einstufung schwerwiegender Verstöße im Güterverkehr. Die rund 130 geführten Verstöße gegen Unionsvorschriften werden dabei in insgesamt drei Stufen eingeteilt.

  • • MSI – schwerster Verstoß
    Darunter fallen beispielsweise fehlende Kontrollgeräte, Fahrerkartenbetrug oder die Beförderung gefährlicher Güter, entgegen geltender Vorschriften mit Gefahr für Mensch und Umwelt. Es ist mit der sofortigen Stilllegung des Fahrzeugs zu rechnen.
  • • VSI – sehr schwerwiegender Verstoß
    In diese Kategorie fallen Verstöße, wie mangelhafte Ladungssicherung, fehlende Schulungsbescheinigungen oder grobe Verstöße gegen Ladungsvorschriften.
  • • SI – schwerwiegender Verstoß
    Dazu zählen Verstöße wie die Überschreitungen der wöchentlichen Höchstarbeitszeit, defekte Feuerlöscher.

Die Einstufung erfolgt entsprechend der vom Verstoß ausgehenden, potentiellen Gefahr tödlicher oder schwerer Verletzungen. Je nach Einstufung wird der Verstoß mit 3 Punkten (VSI / SI-Verstoß) oder 5 Punkten (MSI-Verstoß) geahndet. Je nach Punktekonto und Unternehmensgröße wird ein Unternehmen als „Unternehmen mit erhöhtem Risiko" eingestuft".

  • • Unternehmen mit 1 bis 10 Lkw: ab 5 Punkten
  • • Unternehmen mit bis zu 50 Lkw: ab 8 Punkten
  • • Unternehmen mit mehr als 50 Lkw: ab 11 Punkten
     

Folgen bei schweren Verstößen gemäß EU 2016/403

Schwerwiegende Verstöße gegen Unionsvorschriften können zur Aberkennung der Zuverlässigkeit eines Kraftverkehrsunternehmers führen. Diese ist u.a. erforderlich für die Erteilung einer Transportlizenz.

Das bedeutet, dass ein einmaliger schwerster Verstoß (MSI) bereits ausreicht, um ein entsprechendes Entzugsverfahren einzuleiten. Bei schwerwiegenden Verstößen (SI, VSI) können im Schnitt drei Verstöße zur Einleitung des nationalen Verfahrens zur Beurteilung der Zuverlässigkeit führen.

Zudem müssen alle als Risikobetrieb eingestuften Betriebe mit einer erhöhten Kontrolldichte rechnen. Folgeverstöße sollten daher vehement vermieden werden.

Höheres Risiko für große Lkw-Fuhrparks

Aufgrund des Punktesystems ergibt sich ein deutlich höheres Risiko für größere Unternehmen. Je größer der Lkw-Fuhrpark umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass schwerwiegende Verstöße das Unternehmen in Gefahr bringen. Laut IHK-Experte Götz Bopp ist jedoch davon auszugehen, dass die Systematik der Todsündenliste nur gegenüber der „schwarzen Schafe" greift. Kleiner Verstöße, welche sich besonders in den hoffnungslosüberlasteten Straßennetzen von Ballungsgebieten nicht vermeiden lassen, würden keine Bedrohung für Transportunternehmen darstellen.

Vorbeugende Reduzierung des Verstoß-Risikos

Unternehmen im Güterverkehr sollten bereits von einem Erstverstoß reagieren. Wurde man erst als Risikobetrieb eingestuft, wird es in der Regel schwer wirkungsvolle Vorkehrungen zeitnah umzusetzen.

Als grundlegende Vorbeugung sollten vor allem Schulungen aller Mitarbeiter und Verantwortlichen ein Bewusstsein für die schwerwiegenden Folgen schaffen. Ebenso ist eine kritische Überprüfung des üblichen Personaleinsatzes und des Umgangs mit gesetzlichen Vorschriften sinnvoll.

Zusätzliche Unterstützung finden Verantwortliche in technischen Hilfsmitteln, wie Telematiksystemen oder der Tachographen-Anbindung. Dadurch können Verantwortliche auch aus der Ferne personen- und fahrzeugbezogene Risikofaktoren im Auge behalten. So können bevorstehende schwere Lenkzeitverstöße mittels Lenkzeitüberwachung vorgebeugt werden. Automatisierte Tachographen-Lösungen, wie TachoComplete, verfügen zudem über Benachrichtigungsfunktionen und einen Doppelwochen-Rechner um Lenkzeitverstöße bereits bei der Einsatzplanung zu vermeiden. Auch vom Fahrer vorgenommene Fahrerkarten-Betrüge würden damit noch vor der BAG entdeckt. Eine mit der Telematik verknüpfte Wartungsdatenbank hilft zudem dabei regelmäßige und laufleistungsgebundene Wartungsintervalle im Auge zu behalten.

Weiteres Hilfsmittel: Telematiksysteme mit FMS-/CAN-BUS-Anbindung übertragen zusätzliche Fahrzeuginformationen. Disponenten und Fuhrparkverantwortliche können so wesentliche Kennzahlen, wie Achslasten, im Blick behalten, selbst wenn das Fahrzeug unterwegs ist.

Dennoch gilt: Die Vermeidung von Verstößen liegt immer in der Hand der Fahrer und Verantwortlichen im Büro. Telematiksysteme können vielseitig unterstützen. Die tatsächliche Einhaltung von Vorschriften und Gesetzen können die Systeme allein nicht garantieren. Der Faktor Mensch ist immer maßgeblich.

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Die Verordnung (EU) 2016/403 und die darin gelisteten Verstöße können unter anderem auf der offiziellen Plattform für EU-Recht eingesehen werden.

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